Lipidapherese und Immunadsorption

                          

Lipidapherese

Bei Menschen mit Fettstoffwechselstörungen ist das Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen (Koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, periphere arterielle Verschlusskrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankungen, Schlaganfall) stark erhöht. Bei den Betroffenen lassen sich unter anderem sehr hohe Werte für LDL-Cholesterin oder Lipoprotein(a) bestimmen.
Die Lipidapherese (auch LDL-Apherese genannt) wird durchgeführt, wenn trotz maximaler Diät und medikamentöser Therapie das LDL-Cholesterin nicht ausreichend gesenkt werden kann. Patienten mit erhöhtem Lipoprotein(a) und einer fortschreitenden Herz-Kreislauferkrankung (koronare Herzerkrankung,) werden ebenfalls mit der Lipidapherese behandelt. Bei der Lipidapharese handelt es sich um ein Blutreinigungsverfahren, welches je nach Erfordernissen in wöchentlichen bis 14-tägigen Abständen durchgeführt wird und jeweils 1,5-3 h dauert. Um insgesamt eine ausreichende Absenkung des LDL-Cholesterins oder des Lipoprotein(a) zu erzielen, müssen cholesterinsenkende Medikamente weiter eingenommen werden

 

Voraussetzung für die Durchführung einer Lipidapheresebehandlung

Lipidapheresen können nur durchgeführt werden bei Patienten mit

  • Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie in homozygoter Ausprägung
  • Patienten mit schwerer Hypercholesterinämie, bei denen grundsätzlich mit einer über zwölf Monate dokumentierten maximalen diätetischen und medikamentösen Therapie das LDL-Cholesterin nicht ausreichend gesenkt werden kann
  • Patienten mit isolierter Lp(a)-Erhöhung über 60 mg/dl und LDL-Cholesterin im Normbereich sowie gleichzeitig klinisch und durch bildgebende Verfahren dokumentierter progredienter kardiovaskulärer Erkrankung (koronare Herzerkrankung, periphere arterielle Verschlusskrankheit oder zerebrovaskuläre Erkrankungen)

Die Notwendigkeit diese Behandlung wird durch den behandelnden Kardiologen, Angiologen oder Lipidologen festgestellt und in einer Beurteilung festgehalten. Diese Beurteilung darf jedoch nicht durch den Arzt erfolgen, an den bei bestätigter Indikation zur Durchführung der Apherese überwiesen wird (Nephrologe). Vor Beginn der Behandlung muss der durchführende Arzt die Behandlung bei der Apherese-Kommission der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein beantragen, welche die Kostenübernahme für die Behandlung genehmigen muss.

Immunadsorption

Bei der Immunadsorption handelt es sich um ein Therapieverfahren zur therapeutischen Entfernung von Autoantikörpern und Immunkomplexen bei Autoimmunerkrankungen. Zur Entfernung dieser krankheitsauslösenden Substanzen wird aus dem Blutkreislauf Plasma (flüssiger Bestandteil des Blutes) abgetrennt und über einen sog. Adsorber geführt. In diesem Adsorber befinden sich Stoffe, die eine hohe Bindungseigenschaft zu Antikörpern aufweisen. Das von Autoantikörpern und Immunkomplexen gereinigte Plasma wird dem Patienten wieder zurückgeführt. Unter anderem kommt dieses Therapieverfahren bei Patienten mit Guillain-Barré-Syndrom (GBS) oder schweren Verlaufsformen der Myasthenia gravis zum Einsatz, wenn herkömmliche Therapieansätze nicht zum Erfolg geführt haben. Die Indikation wird daher vom Facharzt gestellt, der die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung durchführt (z.B. Neurologe). Vor Behandlungsbeginn muss eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt werden.

 

 

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